Jan Luley: Blues Gumbo

Jan Luley steht als Blues-und Boogie-Pianist nun bereits drei Jahrzehnte auf der Bühne. Die Zeit geht an einem Künstler nicht spurlos vorbei, auch wenn er sich nach eigenem Bekenntnis tief vor der musikalischen Tradition aus New Orleans verbeugt. So hat Luley in seine Mixtur aus Boogie, Blues, Jazz und kreolischen Rhythmen durchaus moderne Elemente aufgesogen.

Gumbo ist ein würziges und mit dunkler Mehlschwitze angedicktes Eintopfgericht aus der amerikanischen Südstaatenküche. „Blues Gumbo“ ist also ein durchaus gerechtfertigter Titel der neuen CD des langjährigen Pianisten der Barrelhouse Jazzband, der inzwischen auf Solopfaden die unterschiedlichsten Facetten seines künstlerischen Vermögens ausbreiten darf. Die Kompositionen von Buddy Bolden über W. C. Handy und Duke Ellington bis zu den zahlreichen eigenen Stücken verraten neben der Sensibilität bei der Bearbeitung etwa des „Saint Louis Blues“ oder der Hammond-Interpretation von Ellingtons „Creole Love Call“ vor allem auch augenzwinkernde, unbändige Spielfreude und Spielwitz sowie durchdachte und zugleich emotionale, improvisatorische Kreativität.

Seine Virtuosität auf den Tasten vom getragenen und verschleppenden Blues bis zum rasant rollenden Boogie, den kreolischen Rhythmen, den Gospel-Anflügen und der jazzigen Phrasierung erleichtern dem Pianisten ein mitreißendes Spiel „down in Pianorleans“, das den Zuhörer zu fesseln vermag. Hier wird der Rhythm & Blues eines Professor Longhair mit dem straighten Spiel des Barrelhouse-Pianos verwoben.

Bei zwei Stücken ist der Saxophonist Thomas Etienne für den Pianisten Luley ein kongenialer Begleiter. (Jan Luley: Blues Gumbo – Down in Pianorleans; Luley Music LMR 01513)
Klaus Mümpfer