Rebecca Trescher Ensemble 11 Label 11 15-2

Die Nürnberger Klarinettistin und Komponistin Rebecca Trescher, Stipendiatin der Kunststiftung Baden-Württemberg 2014, war zweifelsohne die Entdeckung des Mainzer Klangraumfestivals. Ihr kammermusikalisches „Ensemble 11“, eine kleine Big Band, fasziniert auch auf der neuen CD „Fields“ mit bewundernswerter Präzision und faszinierender Klangsprache.

Die Besetzung der Band ist außergewöhnlich mit klassischer Flöte, Cello, Klarinette und Bassklarinette, Saxophonen, Vibrafon und Glockenspiel, Vocals, Piano, Bass und Schlagzeug. Flächige Soundteppiche und Bebop-Soli, besonders von Alt- und Tenorsaxophon, fließen nahtlos ineinander. Treschers Eigenkompositionen sind Assoziationsmusik, spiegeln ihre Titel wie „Düsteres Dunkel“ oder das zweiteilige „Die Hexe und ihr Knecht“ wider. Mit melodiösem Harfen- und sonorem Cello-Spiel, der Bassklarinette, den erregenden, sperrigen Läufen auf Piano und Vibraphon in „Ohia Lehua“ sowie der instrumental geführten Stimme der Sängerin entstehen unter der strengen Führung der Dirigentin weitgehend notierte kammermusikalische und dennoch groovende Stücke wie bereits zu Anfang mit „Baobap Bäume“, das auch mit expressiven Ausbrüchen mitreißt.

„Field eins“ bis „Field vier“ sind kurze Miniaturen, die die Künstlerin mit unterschiedlicher Instrumentierung quasi zur Einstimmung zwischen die längeren Kompositionen positioniert. Rebecca Trescher und ihre Partner skizzieren vollendete impressionistische Tondichtungen. Dabei pendelt das kleine  Orchester mit seinen mannigfaltigen Klangfarbenmischungen zwischen musikalischem Experiment und sinfonischem Wohlklang. Lyrische Passagen werden aufgelockert durch percussive Rhythmik. Kammermusikalische Sensibilität wie in Passagen „Vor dem Tag“ mit flirrenden Flöten, tastenden Single-Notes auf dem Piano und schwebenden Vocals wechseln sich mit treibender und intensiver Expressivität ab, fließende Unisono-Sounds mit schillernder Mehrstimmigkeit. Dabei nutzt die Leiterin des Ensembles die Ausdrucksstärken der Partner geschickt für ihre musikalischen Visionen – sei es Vibraphonist, Flötist, Cellist oder Sängerin.

Mit ihrer neuen CD in größerer Besetzung zeigt Rebecca Trescher, dass sie zu den kreativen Künstlern zählt, die den neuen Jazz mit ungewöhnlichen Klangfarbenspielen bereichern können.

Klaus Mümpfer

 

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