Andreas Hertel Only trust your Heart NILR 0012015

Andreas Hertel ist im Grund seines Herzens schon immer ein Romantiker gewesen. In seinem Trio „Groove Jazz Fanatics“ wird der Zuhörer bereits bei den ersten Takten den typischen, swingenden Latin-Bop-Stil Hertels erkennen. Es ist die Kompositions- und Musizierweise eines Mannes, der zwar der Tradition des Mainstreams verbunden bleibt, aber seinen eigenen Stil entwickelt hat. Der Pianist will nicht experimentieren, sondern im besten Sinn unterhalten.

Deutlicher noch ist dies bei den Piano-Balladen seiner neuen Solo-CD “Only trust your heart“ zu spüren, die den bezeichnenden Titel zu Recht trägt. Verspielt und romantisierend eilen Hertels Finger über die Tasten, verharren, tasten suchend nach Klängen und Klangfarben. Die Töne perlen aus dem Flügel, verbinden sich zu Notenketten. Manche Stücke wie die Hertel-Komposition „Susanna im Liebesfilm“ swingt ein wenig schneller. Im Ganzen jedoch hat der Pianist selbst den Fremdkompositionen  wie „I love you Porgy“ von George Gershwin oder Websters „A time for Love“ sein persönlich entwickeltes Musizierkonzept übergestülpt.

„Es kam mir nicht auf Neuerungen an, sondern darauf, einfach schöne Musik zu machen, die Ruhe ausstrahlt“, sagt Andreas Hertel und zitiert Victor Hugo mit den Worten „Die Musik drückt aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist“. Insofern sollte der Zuhörer die intime und beseelte Musik sprechen lassen, die trotz der inneren Spannung für manchen sicher zu ruhig dahinfließt. Hertel Lounge-Bar-Jazz bewegt sich stets auf einem künstlerisch hohen Niveau, ist entspannend, eingängig und geht ins Ohr.

Klaus Mümpfer

 

 

 

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